Darum geht’s
- Der Gewerbeschein bestätigt keine Selbständigkeit
- Echte Selbstständigkeit setzt voraus: mehrere Auftraggeber, keine Weisungsgebundenheit, eigene Preise und Zeiteinteilung durch die Haushaltshilfe
- Kommt eine Haushaltshilfe oder Nanny regelmäßig nur zu einem Arbeitgeber und arbeitet nach dessen Vorgaben, ist das meist Scheinselbstständigkeit und die Hilfe sollte als Arbeitnehmer angemeldet werden (z.B. via quitt)
- Bei Scheinselbstständigkeit drohen Beitragsnachzahlungen und Strafzahlungen
Ist meine Haushaltshilfe scheinselbstständig?
Eine Putzhilfe, Haushaltshilfe, Nanny oder Pflegekraft die regelmäßig nur zu Ihnen kommt und sich nach Ihren Vorgaben richtet, ist meist keine selbstständige Dienstleisterin, sondern angestellt, ganz gleich, ob sie einen Gewerbeschein hat. Wer das ignoriert, riskiert Scheinselbstständigkeit, und damit Nach- und Strafzahlungen. Gerade bei privater Kinderbetreuung und 24 Std. Pflegekräften liegt häufig, aufgrund des Umfangs der Arbeitsstunden bei einer Familie, eigentlich eine Scheinselbständigkeit vor.
Kann eine Haushaltshilfe überhaupt selbstständig sein?
Was ist Scheinselbstständigkeit?
Jemand tritt formal als selbstständig auf, arbeitet in der Praxis aber wie eine angestellte Person: weisungsgebunden, eingebunden in fremde Abläufe, wirtschaftlich abhängig von einem Arbeitgeber bzw. einem Privathaushalt. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird, nicht der Gewerbeschein. Stellt die Deutsche Rentenversicherung Scheinselbstständigkeit fest, gelten Sie rückwirkend als Arbeitgeber und müssen somit Sozialabgaben nachzahlen.
Wann ist meine Haushaltshilfe wirklich selbstständig?
An mehreren Merkmalen, die zusammen ein unternehmerisches Bild ergeben. Für echte Selbstständigkeit spricht, wenn Ihre Hilfe:
- Mindestens ein weiterer Auftraggeber. Stammen dauerhaft mehr als rund 80 % des Umsatzes von einer einzigen Person, ist das ein starkes Indiz für Scheinselbstständigkeit.
- Weisungsfreiheit. Sie entscheidet selbst, wann, wie und mit welchen Mitteln sie arbeitet, statt feste Zeiten und Anweisungen von Ihnen zu bekommen.
- Eigene Preise, eigene Rechnung, eigene Arbeitsmittel.
Trifft nur ein Teil davon zu, reicht das nicht. Die Rentenversicherung schaut auf das Gesamtbild
Wie viel kostet eine selbständige Haushaltshilfe, Pflegekraft oder Nanny?
Selbstständige Hilfen im Privathaushalt sind häufig teurer als direkt Angestellte. Sie müssen vom Stundenlohn nicht nur die entsprechenden Steuern abführen (Umsatzsteuer und Einkommensteuer), sondern sich selbst um Sozialversicherung und Administration (z.B. Steuerberater) kümmern.
Eine realistische Kalkulation für Haushaltshilfen sollte mindestens 25 bis 30 Euro pro Stunde betragen, sonst bleibt nach Steuern und eigener Versicherung kaum Gewinn bzw. fällt man unter den Mindestlohn.
Anstellen oder beauftragen, was passt für mich?
Beider Formen der Beschäftigungen sind üblich im Privathaushalt:
- Anstellen: Kommt dieselbe Person regelmäßig zu Ihnen und richtet sich nach Ihren Vorgaben, sollten Sie Ihre Hilfe anstellen (via quitt). Sie melden die Beschäftigung über quitt an und zahlen die Abgaben. So sind Sie rechtlich nicht nur auf der sicheren Seite, es ist häufig auch die günstigere Variante.
- Beauftragen: Buchen Sie eine echte Dienstleisterin mit eigenem Gewerbe oder eine Reinigungsfirma, beauftragen Sie eine Leistung. Dies lohnt sich meist bei sporadischen und nicht regulären Einsätzen, wie z.B. Pflege für nur wenige Wochen. Sie bekommen eine Rechnung und haben mit Anmeldung und Beiträgen nichts zu tun.
Was droht bei Scheinselbstständigkeit?
Ihnen als Auftraggeber:
- Nachzahlung aller Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend für bis zu vier Jahre, bei Vorsatz bis zu 30 Jahre, plus Säumniszuschläge
- Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren nach § 266a StGB, sobald zumindest billigend in Kauf genommen wurde, dass eigentlich eine Anstellung vorlag. Zusätzlich sind Bußgelder möglich
Der Haushaltshilfe:
- Sie wird rückwirkend als Arbeitnehmerin behandelt, mit Kündigungsschutz, Urlaub und Lohnfortzahlung. Ihren Beitragsanteil kann der Auftraggeber aber nur für die letzten drei Monate einbehalten, das finanzielle Hauptrisiko bleibt beim Arbeitgeber
Was übernimmt quitt für mich?
quitt übernimmt für pirvate Arbeitgeber den gesamten Admin-Aufwand. Sie geben die Eckdaten ein, quitt übernimmt Anmeldung, Lohnabrechnung, Beiträge und Versicherung. So sind Sie auf der sicheren Seite und müssen sich um Scheinselbstständigkeit keine Gedanken machen.
Sie bleiben dabei der Arbeitgeber und bestimmen, wen Sie einstellen und was Sie zahlen. quitt erledigt die Arbeit dahinter.
Haushaltshilfe gefunden? Starten Sie die Anmeldung, quitt übernimmt den Rest. Was der Service kostet, sehen Sie auf der Preisübersicht.
Auf der sicheren Seite statt scheinselbstständig
Ist Ihre Haushaltshilfe faktisch angestellt, meldet quitt sie an und übernimmt Lohnabrechnung, Beiträge und Versicherung. Sie bleiben Arbeitgeber, den Rest machen wir.




